Marie Keyrouz: Die Stimme Gottes


« Wenn du singst, betest du doppelt. »


Dieser Satz des Heiligen Basilius (griechischer Kirchenvater des 6. Jahrhunderts) ist für Schwester Marie Keyrouz zum Leitmotiv ihres Lebens geworden.

Schwester Marie Keyrouz, Libanesin und Christin im orientalischen Ritus, singt seit ihrer Kindheit vor 38 Jahren in Deir el-Amar. Sie ist in einem maronitischen Dorf aufgewachsen und antwortet mit elf Jahren dem Ruf Dessen, Der für sie zum Mittelpunkt ihres Lebens werden sollte. Sie entscheidet sich zu einem Klostereintritt und weist die Liebe eines jungen Mannes von 22 Jahren zurück. Dieser leidet vor sich hin, droht, die schöne Marie zu entführen, entscheidet sich aber dazu, seinen Vater zu Verhandlungen zu schicken.

"Ich gehöre mir nicht mehr, das wissen Sie," antwortet Marie, "meine Entscheidung ist unwiderruflich!" Nach zwei Tagen der Besinnung in Gebet und Schweigen entscheidet sie sich, ihre Gelübde in der Kongregation der Basiliusschwestern (byzantinischer Ritus und mit Rom uniert) abzulegen.

Der Lebensweg der Marie Keyrouz im östlichen Christentum erlaubt es ihr, in den wichtigsten Sprachen der großen Heiligen und Propheten zu singen. Sie singt sowohl arabisch als auch syrisch, griechisch und armenisch, in französisch wie auch in italienisch.

Schwester Marie hat ein neues Genre hervorgebracht: Sie feiert Erfolge im Westen wie im Osten.
Nach einer klassischen Formung in der Tradition der westlichen Musik widmet sie sich nun vor allem den östlichen Liturgien. Durch ihr Repertoire ermöglicht Schwester Marie uns, besser zu verstehen, was das Wort Spiritualität, verstanden als langer Aufstiegsweg zum Erhabenen, meint.

Im Zentrum der Weltjugendtage wird Schwester Marie Keyrouz, eine wirklich ökumenische Stimme, anläßlich einer abendlichen Vigil, organisiert von einem JUBILATIO-Team, für Jugendliche aus aller Welt singen. Diese "Veillée" findet statt im Parc André Citroën um Donnerstag, den 21. August um 21 Uhr.

Die goldene Stimme im Dienst des Herrn wird den Jugendlichen ermöglichen, gemeinsam zu beten, ihren Glauben miteinander zu teilen und Hoffnung zu leben.

Anne-Cécile Labracherie
Übersetzung: Maximiliano I. Cappabianca, o.p.


Mise à jour : 31 juillet 1997.